Kapitalmarkttheorie

Das Hirngespinst eine Markets of Loanable Funds:

Schon die Klassiker und Neoklassiker haben den Studenten gelehrt, dass durch das Sparen der Haushalte oder gar des Staates Ersparnisse entstünden. Diese Ersparnisse würden auf dem Kapitalmarkt von Investoren nachgefragt und je umfangreicher die angebotenen Ersparnisse, desto größer könnten die Investitionen ausfallen.

Der Käse wird in den USA heute vor allem von Gregory Mankiw vertreten, der seinen Unsinn in Harvard an die armen Studenten bringen darf und nennt sich

Theory of the Market of Loanable Funds

und wir können das online in einem Buch von Mankiw nachlesen:

The adjustment of the interest rate to the equilibrium level occurs for the usual
reasons. If the interest rate were lower than the equilibrium level, the quantity
of loanable funds supplied would be less than the quantity of loanable funds
demanded. The resulting shortage of loanable funds would encourage lenders
to raise the interest rate they charge. A higher interest rate would encourage sav-
ing (thereby increasing the quantity of loanable funds supplied) and discourage
borrowing for investment (thereby decreasing the quantity of loanable funds
demanded). Conversely, if the interest rate were higher than the equilibrium
level, the quantity of loanable funds supplied would exceed the quantity of loana-
ble funds demanded. As lenders competed for the scarce borrowers, interest rates
would be driven down. In this way, the interest rate approaches the equilibrium
level at which the supply and demand for loanable funds exactly balance.(S. 269)

Principles of Macroeconomics (PdF, S. 268-70)

Dass beim Sparen Ersparnisse entstünden, ist eine mikroökonomische Vorstellung: Wenn ich aus meinem Einkommen weniger konsumiere, dann bleibt davon eine größere Ersparnis übrig, die gewöhnlich auf meinem Bankkonto liegt. Das Geld auf meinem Bankkonto hat die Bank verliehen und wenn ich mehr spare, dann ist noch mehr von der Bank verliehenes Geld auf meinem Konto.

Und wenn ich alles Geld versaufe?

Dann ist das Geld weg. Aber nur für mich. Denn das Geld liegt jetzt auf dem Konto der Brauerei. Die Bank hat also nicht weniger Geld zum Verleihen, weil ich mein Geld versoffen habe. Für die Kreditvergabe ist es völlig egal, ob das Geld auf meinem Konto liegt, weil ich es gespart habe, oder auf anderen Konten, weil ich es wieder ausgegeben habe.

Das ist allerdings für VWL-Professoren zu hoch. Sie glauben fest daran, dass durch das Sparen ein Angebot an Kreditmitteln entstünde, mit dem dann zusätzlich investiert werden könne. Darum verstehen die Professoren auch nicht, dass das Sparen am Konsum die Konjunktur schädigt, weil die zusätzlichen Ersparnisse doch sofort wieder für zusätzliche Investitionen ausgegeben würden.

Ganz im Gegenteil wäre es sogar nötig, wie die Professoren aus ihrem Stuss folgern, dass der Staat das Sparen steuerlich fördert, selber in seinem Haushalt Überschüsse bildet und nicht durch Staatsdefizite ein Crowding Out bewirkt. Glauben Sie nicht, dass die Professoren an unseren Universitäten den Studenten solchen Unsinn vortragen?

Dass nicht nur Gregory Mankiw so dumm ist, sondern der Unsinn auch an deutschen Universitäten fröhliche Verbreitung in die Köpfe der Studenten findet, werde ich jetzt mit Beispielen dokumentieren, in die ich die einschlägigen Darstellungen im Internet eintrage. Sonst müsste ich mich darüber nur ärgern und niemand wüsste, warum ich ständig so streng schaue:

Politik Nr. 1: Steuern und Ersparnisse

Wenn die Steuergesetzgebung die Sparanreize erhöht, führt dies zu einem niedrigeren Zins und einem höheren Kreditvolumina.

Politik Nr. 3: Staatliche Budgetdefizite

Die Kreditaufnahme des Staates reduziert das Angebot von Kreditmitteln, um Investitionen von Unternehmen und Haushalten zu tätigen. …

(ich kann hier nicht den gesamten Unsinn, sondern nur wenige Auszüge zitieren; bitte selber nachlesen)

Universität Bielefeld: Sparen, Investieren und das Finanzsystem

Universität Kiel – BWL: Das Finanzsystem: Sparen und Investieren

 

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